Empfehlungen zur Gestaltung von Internet-Seiten
 

Bei persönlichen Selbstdarstellungen ist fast alles erlaubt. Will man aber vor allem Informationen zu einem Kunden hinüberbringen, muss man sich genauer überlegen, was man tut.

 

Keinen technischen Firlefanz: Versucht nicht zu beweisen, was ihr alles könnt. In einer persönlichen Homepage ist das etwas anderes. Hier will man ja etwas ausprobieren oder moderne Technologie demonstrieren.

Die erste Seite ist entscheidend: Die erste Seite soll nicht nur optisch ansprechend sein, sie muss auch klar strukturiert sein. Es gibt "professionelle" Seiten, die sehen aus, als wenn man einem Kindergarten einen großen Bogen Papier zur Verfügung gestellt hätte und jeder hätte in einer Ecke etwas gestaltet. Da ist jeder Link anders dargestellt: Das eine Mal muss man auf ein Bild klicken, das andere Mal auf einen Text, der vielleicht sogar in einem längeren Textabschnitt verborgen ist. Das ganze soll kein Abenteuerspielplatz sein. Es gibt Benutzer, die wollen ihre Arbeit tun und nicht Rätsel raten.

Auf das Publikum Rücksicht nehmen: Überlegt euch, wen ihr ansprechen wollt. Ein Mütterlein, dem ich eine Heizdecke andrehen möchte, kennt zum Beispiel nicht die von mir verwendeten Karikaturen (die ich von Werner Moers entliehen habe) und außerdem fände sie sie gar nicht komisch.
Das heißt aber nicht, dass man modernes Layout oder phantasievolle Gestaltung vermeiden sollte.

Sound und Animation vermeiden: Sound und Animation nerven beim sinnvollen Arbeiten und lenken nur von den übrigen Informationen ab. In Kaufhäusern hat man zwar oft auch eine Musikuntermalung. Aber nicht immer trifft man den Geschmack des Publikums und beim Lesen von Texten stört es sehr.

Keine Laufschrift verwenden: Kaum etwas ärgert mich so sehr wie eine Laufschrift, besonders wenn sie dann noch im unterem Balken läuft, der eigentlich für System-Informationen vorgesehen ist.

Keine aufwendigen Bilder: Die Amerikaner verbreiten die Regel: Keine Bild über 50kB. Bei unseren hohen Telefonkosten muss man diese Regel verschärfen: Eine gesamte Seite sollte höchstens 50 kB haben. Schöne Gegenbeispiele sieht man bei unserer Regierung (aber man merkt schon, die Jungs lernen schnell dazu).
Grundsätzlich sollte man Grafiken in gif-Dateien und Fotos in jpeg-Dateien umwandeln. Im Zweifelsfall probiert vorher aus, was weniger Speicher benötigt.

Hintergrundtapete: Hintergrundtapeten, die Symbole oder gar Informationen enthalten, stören nur. Ein dezenter Hintergrund, der dem Thema entspricht, kann ganz nett sein.

Klares Inhaltsverzeichnis: Aus der ersten Seite muß klar hervorgehen, was die Homepage will und wie man weitere Informationen findet.
Da findet man selbst bei wichtigen Homepages negative Beispiele: Unis bei denen man raten muss, wo man die Studienfächer findet. Suchmaschinen, bei denen man lange überlegen muss, wie man seine URL (Adresse der Homepage) bekannt gibt.
Jede Seite sollte ermöglichen, in der Baustruktur wieder einen Schritt zu gehen und zur Homepage selbst zu gelangen. Man darf nicht in einen Irrgarten landen, aus dem man nicht wieder hinaus kommt.

Nur eine Schrift: Man sollte sich auf eine Schrift (in verschiedenen) beschränken, die man dann je nach Bedarf auch fett oder kursiv verwendet. Nur bei der Hauptüberschrift kann man eine andere (fancy bis firlefancy) Schrift verwenden. Das nützt aber nichts, wenn der Benutzer diese Schrift gar nicht hat.
Letzten Endes muss man sich doch für Arial oder Times entscheiden.

Texte nicht zentrieren: Es ist unsinnig, Text zentriert darzustellen (außer Überschriften). Wahrscheinlich geschieht das oft nur aus Versehen.

Breite der Seite: Heute kann man fast voraussetzen, dass die meisten eine Auflösung von mindestens 800 x 600 haben. Breiter sollte keine Seite sein.
Textzeilen sollten auch bei einer Auflösung von 640 x 480 ganz auf die Seite gehen. Bei automatischem Zeilenumbruch braucht man sich darum nicht selbst zu kümmern.
Problematischer sind Tabellen. Auch hier ist es für den Benutzer unangenehm, wenn er ständig zwischen rechts und links hin und herschieben muss.

Homepage testen: Nach jeder Änderung sollte man seine Homepage testen. Sie sollte mindestens mit Netscape 3.0 und mit Microsoft Internet Explorer 3.0 funktionieren. Wenn man nur mit dem einen Browser testet, sieht man nicht, dass die schöne Homepage auf dem anderen Browser vielleicht ganz furchtbar aussieht oder sogar gar nicht zu lesen ist.

Drucken testen: Wenn einzelne Seiten Informationen enthalten, die sich vieelleicht mancher Benutzer auch ausdrucken möchte, sollte man auch testen, wie die Seite auf dem Drucker aussieht. Besonders bei Tabellen, die in der Breite nicht auf die Seite passen, kann es unangenehme Überraschungen geben.

Groß/Kleinschreibung bei Dateien beachten: Böse Überraschungen erlebt man, wenn man mit seiner Homepage von der Microsoft-Welt in die Unix-Welt wechselt. Also schon beim Übertragen der Dateien vom eigenen PC auf einen Unix-Web-Server. Die meisten Provider benutzen aus Sicherheitsgründen Unix-Rechner.
Bei Microsoft macht es keinen Unterschied, ob man einzelne Buchstaben in einem Dateinamen groß oder klein schreibt. Bei Unix-Rechnern muss man sehr genau auf Groß- und Kleinschreibung achten. Das heißt, dass man die Verzweigungen (Links) auf die eigenen Seiten exakt schreiben muss.
Bei Microsoft-Namen gibt es Umlaute. Deshalb gelang es mir nicht, das Bild von 'meinem Sponsor' dem Minister Blüm zu übertragen (ich mußte erst bluem.jpg schreiben).
Hier muss ich mich wiederholen: Immer einen echten Test für neu übertragene Homepage durchführen! Desto weniger man geändert hat, um so größer ist die Anzahl der Tipfehler (jedenfalls bei mir).

Besucherzähler auf anderem Rechner: Wenn der eigene Internet-Provider keinen Besucherzähler zur Verfügung stellt, ist man auf andere Rechner angewiesen. Das hat aber zur Folge, dass die Homepage hängen bleibt, wenn der andere Rechner gerade nicht bereit ist.
Man sollte auf jeden Fall vermeiden Bilder von anderen Rechnern einzubauen (bei Animationen wird das oft gemacht). Wenn diese nicht mehr da sind oder auf eine andere Adresse gewandert sind, fehlen sie unerwartet in der eigenen Homepage. Da bietet sich an, diese Bilder einfach in das eigene Verzeichnis zu kopieren.

Achtung Baustelle: Entweder ist die Homepage in einen Zustand, dass man sie veröffentlichen kann oder nicht. Die Hinweise, dass das Ganze noch nicht fertig sei und das man noch vieles Schöne vorhat, sind überflüssig. Keine Seite ist fertig, solange man sich überhaupt noch damit befasst.
Oft bleibt nämlich die Seite mit den leeren Versprechungen für die Ewigkeit so.

Verständliche Symbole (Logos): Verwendet für deutsches Publikum nicht die typischen amerikanischen Symbole (z.B. für Briefkasten - das amerikanische Zeichen für Baustelle kann man hier auch verstehen). Manche amerikanischen Symbole werden hier nicht verstanden. Viele Benutzer haben ja schon Probleme mit der englischen Sprache (was beim Suchen von technischen und auch medizinischen Informationen große Nachteile hat).

Natürlich kann man die eine oder andere Empfehlung ignorieren, wenn man einen guten Grund dafür hat.